kein mensch ist illegal hamburg

"Ihr sollt wissen, daß kein Mensch illegal ist.
Das ist ein Widerspruch in sich. Menschen können schön sein oder noch schöner. Sie können gerecht sein oder ungerecht. Aber illegal? Wie kann ein Mensch illegal sein?"

Elie Wiesel

Samstag, 30. November 2013

Lampedusa Demo Hamburg- 1 Advent.



















das spalier konnte die interessierte einkaufende nicht hindern

















wer heute nicht konnte kommt am:
Donnerstag 12.12. , 10 Uhr , Hachmannplatz Hbf
SCHULSTREIK für Flüchtlingsrechte!


copyright : marily stroux

Freitag, 29. November 2013

Über 200 Bootsflüchtlinge sterben, weil die rechtzeitige Rettung verweigert wurde

Presseerklärung 29.11.2013

Über 200 Bootsflüchtlinge sterben, weil die rechtzeitige Rettung verweigert wurde - Italienische Küstenwache sendet Notruf weiter an Malta und bleibt tatenlos!

Acht Tage nach der Lampedusa-Tragödie vom 3. Oktober 2013: Admiral der Italienischen Küstenwache rechtfertigt sich mit Verweis auf die Zuständigkeit von Malta; aktuelle Recherchen dokumentieren die verweigerte Seenotrettung am 11.Oktober 2013.

Acht Tage nach der Bootstragödie vor Lampedusa ertranken am 11. Oktober 2013 über 200 syrische Flüchtlinge, darunter über 100 Kinder, bei einem weiteren Unglück in ca. 100 Kilometern Entfernung vor der italienischen Insel. Nur durch die hartnäckige Recherche des italienischen Journalisten Fabrizio Gatti sowie Nachforschungen des Monitoring Projektes WatchTheMed kommen nun die skandalösen Umstände dieses tödlichen Dramas ans Licht.
Das Boot startete am Vorabend aus Libyen und wurde in der Nacht von einem libyschen Schnellboot verfolgt und beschossen. Dadurch geriet das Boot in Seenot und drohte zu sinken. Die am Vormittag des 11. Oktobers per Satellitentelefon abgesetzten Notrufe wurden - so beklagen später Überlebende in Interviews - von den italienischen Behörden zunächst ignoriert.

Eine Überprüfung der Notwarnsysteme durch WatchTheMed ergab, dass die sich in der Umgebung befindlichen Schiffe informiert wurden, der Rettungseinsatz durch das nur wenige Seemeilen entfernte italienische Marineschiff LIBRA aber erst um 17:14 Uhr angeordnet wurde, viereinhalb Stunden nach dem von Rom bestätigten eingegangenen Notruf um 12:26. Zu diesem Zeitpunkt war das Flüchtlingsboot schon gesunken, mehr als 200 Menschen ertranken. Sie alle hätten überleben können, wenn die Rettungsmaßnahmen sofort in Gang gesetzt worden wären. Doch der Leiter der Hafenkommandantur und der Küstenwache Italiens, Felicio Angrisano, hat sich laut des italienischen Nachrichtenmagazins Espresso mit Verweis auf die Zuständigkeit von Malta gerechtfertigt: Das Flüchtlingsboot habe sich in der maltesischen Seenotrettungszone (SAR) befunden.

"Left to die, das Sterbenlassen auf See, gehört offensichtlich nach wie vor zur EU-Abschreckungspolitik gegenüber Flüchtlingen", kritisiert Helmut Dietrich von der Forschungsgesellschaft Flucht und Migration. Dokumentiert sind von „Fortress Europe“ über 18.000 Todesfälle aus den vergangenen 20 Jahren, Menschen, die zu Opfern des europäischen Grenzregimes wurden. Die meisten starben im Mittelmeer und immer wieder gibt es den Vorwurf unterlassener Hilfeleistung.
"Es macht fassungslos, dass Flüchtlinge sterben müssen, weil die zur Rettung verpflichteten Einsatzkräfte zweier EU-Staaten über Zuständigkeiten streiten", kommentiert Karl Kopp, Europareferent von PRO ASYL, die Geschehnisse. Die Beweiskette im vorliegenden Fall erscheint so dicht, dass die Verantwortlichen auch juristisch zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Dazu rät auch Stefan Schmidt, früherer Kapitän der Cap Anamur und Mitglied der Menschenrechtsorganisation borderline-europe: "Das Verhalten der italienischen und maltesischen Behörden widerspricht allen Regeln des Seerechts, das sollte unbedingt zur Anzeige gebracht werden."

Diese Pressemitteilung wurde gemeinsam von folgenden Menschenrechtsorganisationen und Netzwerken verfasst, die auf verschiedenen Ebenen auch das oben erwähnte Monitoringprojekt WatchTheMed unterstützen:

PRO ASYL, Forschungsgesellschaft Flucht und Migration, borderline-europe, medico international, Afrique-Europe-Interact, Welcome to Europe

Contact
Helmut Dietrich (Forschungsgesellschaft Flucht & Migration): 0049 - (0)176 358 77 605

Anhang
Detaillierter Ablauf der Ereignisse am 11.10. 2013 (in Englisch von WatchTheMed)
Interview und Artikel von Fabrizio Gatti im Nachrichtenmagazin Espresso


readmitted- Film about pushbacks from Italy to Greece

readmitted

Paolo Martino
Italy, 2013 9'
Synopsis Saddam, Hamza and Omar have travelled for thousands of kilometers, passing through the wars of Afghanistan, the Horn of Africa and the Middle East. Once in Greece, close to the Europe they dream of, they have to spend months around the port of Patras attempting to board the ferries that cross the Adriatic Sea. The courage they show crossing the sea, however, has no relevance for the Italian port authority: spotted in the harbor during disembarkation, the migrants are forced to return to the same ferry and are immediately pushed back to Greece (technically “readmitted”), in violation of the rights of refugees and asylum seekers.
Riammessi (Readmitted)’s, the new ZaBit, première will be screened on November 14, at 11 am, during the presentation of “Porti insicuri”, report on the readmissions from Italian ports towards Greece and on the violation of migrants’ fundamental rights, organized by Doctors for Human Rights in collaboration with ASGI.

On November 14, Riammessi (Readmitted) will also be visible online on the website www.zalab.org.

 http://www.zalab.org/project-en/74/#.Uph89ida_qf
Credits Italy 2013 - 9' - by Paolo Martino

Photography: Kami Fares

Editing: Matteo Cusato, Sara Zavarise

Musics: Stefano Piro

Interviews: Rahell Ali Mohammad

With the support of: Open Society Foundations
With the collaboration of: ASGI (Associazione per gli Studi Giuridici sull'Immigrazione) - Medu (Medici per I Diritti Umani).






Dienstag, 26. November 2013

Solidarity against eviction! Oranienplatz Refugeestrike

Solidarity against eviction! Oranienplatz Refugeestrike
www.youtube.com


SOLIDARITY! WE NEED YOUR SUPPORT EVERYWHERE! If Oranienplatz will be evicted the post colonial europe shows again how much it people believe blind in media a...

Presse 19- 25.11.2013


25.11.'13


Gericht erteilt Absage an Lampedusa-Flüchtlinge
Aus mit den Demos in der Innenstadt: Das Verwaltungsgericht hat am Montag einen Eilantrag der Gruppe Lampedusa in Hamburg abgelehnt. Sie dürfen am Sonnabend nicht - wie geplant - auf der Mönckebergstraße demonstrieren.
http://www.mopo.de/nachrichten/demo-verbot-in-der-city-gericht-erteilt-absage-an-lampedusa-fluechtlinge,5067140,25138662.html

Verwaltungsgericht lehnt Eilantrag der «Lampedusa-Gruppe» ab
Die Unterstützer der sogenannten Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg können am Samstag vor dem ersten Advent voraussichtlich nicht auf der Mönckebergstraße demonstrieren.
http://www.ksta.de/newsticker/verwaltungsgericht-lehnt-eilantrag-der--lampedusa-gruppe--ab,15189532,25140084.html


Montag, 25. November 2013

Stop Dublin 2. Syrian Refugees Petition (Italy, november 2013)


http://www.storiemigranti.org/spip.php?article1070

Siamo siriani e siamo arrivati in Italia attraverso il mare, passando dalla Libia o dall’Egitto. Alcuni di noi sono sopravvissuti ai naufragi del Mediterraneo e hanno perso parenti o amici. Il nostro paese è in guerra, da ormai più di due anni e per noi e le nostre famiglie l’unica possibilità di sopravvivenza è stata quella di fuggire. Ma non vogliamo rimanere in Italia, vogliamo raggiungere i nostri parenti e le persone che conosciamo e che ci potranno aiutare in altri paesi dell’Unione europea. Ma quando arriviamo alle frontiere veniamo bloccati. Ci hanno detto che questo è dovuto al regolamento di Dublino 2, per questo ci prendono le impronte in Italia e ci bloccano ai confini degli altri paesi. La polizia italiana ci prende le impronte, a volte con la forza, a volte dicendoci che servono solo per identificarci, ma non è così. Lasciateci passare! L’Unione europea deve sospendere il regolamento di Dublino e lasciarci passare.


We are Syrians and we arrived in Italy by sea, from Libya or Egypt. Some of us are survivors of the shipwrecks in the Mediterranean where we have lost relatives and friends. Our country has been at war for more than two years and the only chance that we and our families have to survive is to flee our country. But we do not want to stay in Italy, we want to reach our relatives and other people we know who live in other countries of the European Union. But when we reached these European borders we were stopped. We were told that this was due to the Dublin II Regulation, the rule based on which our fingerprints are taken in Italy and we are stopped at the borders with other European countries. The Italian police took our fingerprints, at times forcefully and at times telling us that it was just for identification purposes but it is not true. Let us go through! The European Union must suspend the Dublin Regulation and let us go through.

"Sorry for not drowning". The 11th October shipwreck in the Mediterranean Sea (video, october 2013)


Sonntag, 24. November 2013

"Lampedusas im Mittelmeer und Griechenland"



Presseerklärung

Kinder aus Syrien den Philippinen Griechenland und andere MigräntInnen Kommunities haben am Samstag den 23.11.13 an eine Protest Kundgebung teilgenommen vor dem Athener Parlament , gegen die Internierungs Lager.
Vor eine Woche sind 15 syrische Flüchtlinge vor der Insel Lefkada ertrunken, als das kleine boot mit den sie versuchten aus Griechenland zu entkommen, kenterte.
4 kleine Kinder waren unter den toten. 

Mit Blumen und Kerzen in die Hände schrieben die Kinder auf papierschiffe nachrichten und wünsche für ihre gleichaltrige die ihre leben im Mittelmeer verlieren , als sie versuchen krieg und Armut in ihre Länder zu entkommen.




"Unsere Mitschülerinnen haben Vieleicht eine andere Hautfarbe, andere Religion und Gewohnheiten aber sie haben die selbe Gefühle wie wir. Wir wollen sie bei uns behalten, eine gemeinsame Zukunft haben, in den Farben des Regenbogens. Für uns alle."
sagte eine Schülerin aus den Phillipinen, bei der Kundgebung.

Die versammelten warfen der Europaiische Union und der Regierungen die verantwortung für die kriege und die Armut der Gesellschaften in viel Länder .Sie betonten auch die Verantwortung auch der Politik der Festung Europa und die Protagonisten rolle der griechische Regierung dadrin.



Eine Politik die darauf zielt tausende flüchtenden auf griechischen Boden zu inhaftieren, sie in Internierungs Lager einzusperren und oft in Zusammenarbeit mit Frontex Pusbacks richtung Turkey zu machen, die oft mit neue "Lampedusas" enden. 


Offene Initiative gegen die Internierungs Lager.
23.11.13

http://migrant.diktio.org/node/441



Dienstag, 19. November 2013

Open Letter To the Nordkirche and the Christian communities


http://lampedusa-in-hamburg.tk/

Open Letter To the Nordkirche and the Christian communities

Thank you very much for the great support from the Christian communities
in Hamburg, in particular for the housing and supply in St. Pauli but also
in many other parts of the city. We specially thank the African community
of the Church of Redemeer which always kept us supplied twice a week with
warm food and left the church room open for our meetings.
We appreciate very much, that you all help us to survive for months
protesting together with us for our residence.

Because of this we could even suggest in our open letter to the Senate,
that application of § 23 - Group recognition - even in the absence of
social benefits, would be imaginable for us. Many of us would have long
been working, many are learning the German language for months, the young
among us could start apprenticeships. Along with the many people on our
side, we might support those of us for whom it can be difficult to find
work for some more time. The broad and lasting solidarity in recent months
has shown us, that this is possible.

But it's about all of us, it is about a group recognition. We all have an
equal traumatic history at the same time, which was led from Libya to
Lampedusa and Italy. There, in Italy, this has already been recognized. We
are Europe's recognized refugees and need the right to live and work. For
almost 3 years, not only we, but also our families are in great need. We
are fighting for our right to rebuild our lives.
This is what our group of the Libyan war refugees "Lampedusa in Hamburg"
stands for.
Thats what we have always said. We have also said that any help, support
and advice is welcome. But we also had to repeatedly make clear, that we
ourselves decide about our fate and our future, that we are victims of
injustice and fighters for justice.

More and more people in the city and beyond are demanding the residence –
and work permit for all. The political leadership of the city does not
want a solution of our problem.
The Senate continued police controls against black people, kept people of
our group in police custody for hours and forced the fingerprinting. At
the same time we received proposals of the Senate through the Bishops
office with the announcement that the controls would end if we accepted
their conditions.

The proposals of the Senate result in more months and years of uncertainty
for us. They want us to go through individual residence procedures. Our
recognized refugee status by Italy changed exchanged against a „Duldung“.
The Senate also further emphasizes that our reasons for staying will not
be accepted and that we are free to then pursue legal action. We would not
be deported until the completion of these procedures. But what happens
after that? We do not see this as a constructive solution, but as a game
on time to later get rid of us individually. A fair and reasonable
solution looks different. Moreover, we still want to hold direct talks
with the Senate.
This we have recently continued to state in our open letter to the Senate
from 28th of October 2013 and at the press conference the following day.
At the same time the leaders of the Nordkirche have accepted the Senates
proposal over our heads and advertised it to the public. The Evangelical
Press Service published the false information that 80 of us from the St.
Pauli Church would request a „Duldung“ at the authority . This has
generated much confusion and mistrust.

From the side of the church it was emphasized over and over again, that it
is delivering humanitarian aid in the first place, it is now that the
Bishop of the Nordkirche and the Interior Minister of Hamburg have
discussed a solution that would provide a fair trial for all. We see this
completely different and also representatives of the Nordkirche have
repeatedly expressed towards us, that with the proposed method, only a few
of us will have a chance.

The Nordkirche may have its reasons - we have often heard the pressure of
the Senate on the bishop is too large, the pressure on the pastors of St.
Pauli is too big. But then it would be fair and decent to say this as
well, instead of talking about some of the group to follow the dubious
proposal in order to fall in the groups back. The former speaker of the
refugees sleeping in the church of St.Pauli told us afterwards that he had
accepted the offer, because the pressure on the church was too large. Some
others have requested a „Duldung“ because they were told there was no
alternative.

The vast majority of us refuse that procedure because of its insecurity
and because of the same negative attitude of the Senate. We are
disappointed and angered by the declaration of the Bishops office to have
agreed with the Senate on a feasible solution.
We should go this route, but we were not involved in the negotiations. We
have not instructed someone to negotiate on our behalf. We have always
demanded direct talks. Why can this, what is the most normal and natural,
not be respected? Why does the leadership of the church decide for
cooperation with the Senate against our interests, in a moment where a
huge solidarity is with us? Why is not accepted, that we decide for our
lives? Why is it not possible for the church leadership to view us as
equal subjects?
Why is a group solution not being supported by the Nordkirche? Why should
the solidarity between us, which stems from our shared traumatic history
be broken?
We have all suffered the same and we all need the same. How could we make
distinctions between us?

We hope you can understand us - try putting yourself into our situation
and ask yourself how you would act. We are grateful to each and every one
of you who sincerely supports and accepts that we make decisions about our
future.

We wish you all a wonderful and happy holiday season.

The group of Libyan war refugees "Lampedusa in Hamburg" 13th of November 2013
http://lampedusa-in-hamburg.tk/

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Deutsch:


Offener Brief An die Nordkirche und die christlichen Gemeinden - Die
Gruppe der libyschen Kriegsflüchtlinge in Hamburg

Die Gruppe der libyschen Kriegsflüchtlinge „Lampedusa Hamburg"

13.11.2013
Ansprechpartner:
Asuquo Udo: 0152-146 725 37
Friday Emitola: 0152 170 052 71
Kofi Anane Mark: 0152 170 045 94
Ahmed Ali: 0152 13239181

Offener Brief An die Nordkirche und die christlichen Gemeinden

Wir bedanken uns sehr für die große Unterstützung aus den christlichen
Gemeinden in Hamburg. Insbesondere die Unterbringung und Versorgung in
St.Pauli aber auch in vielen anderen Stadtteilen. Besonders danken wir der
afrikanischen Gemeinde der Erlöserkirche Borgfelde, die uns jede Woche
zweimal mit warmem Essens versorgt und stets den Kirchraum für unsere
Versammlungen offen hielten.
Wir schätzen es so hoch wie ihr alle seit Monaten uns helft zu überleben
und wie viele von Euch mit uns zusammen für unser Aufenthaltsrecht
protestieren.

Auch deswegen konnten wir in unserem offenen Brief an den Senat sogar
vorschlagen, dass eine Anwendung des § 23 – Gruppenanerkennung – auch
unter Ausschluss von Sozialleistungen für uns vorstellbar wäre. Viele von
uns würden längst arbeiten, viele lernen seit Monaten die Sprache, die
jungen unter uns könnten Ausbildungen machen. Zusammen mit den vielen
Menschen an unserer Seite könnten wir, diejenigen von uns, für die es
schwierig sein kann, Arbeit zu finden, weitere Zeit unterstützen. Dass
dies möglich ist, hat uns die breite und andauernde Solidarität der
letzten Monate gezeigt.

Aber es geht um alle von uns, es geht um eine Gruppenanerkennung. Wir
haben alle eine gleiche traumatische Geschichte in gleicher Zeit, die von
Libyen nach Lampedusa und Italien geführt hat. Dort wurde dies bereits
anerkannt. Wir sind Europas anerkannte Flüchtlinge und brauchen das Recht,
leben und arbeiten zu können. Seit fast 3 Jahren sind nicht nur wir,
sondern auch unsere Familien in großer Not. Wir kämpfen für unser Recht,
unser Leben neu aufzubauen.
Dafür steht unsere Gruppe der libyschen Kriegsflüchtlinge „Lampedusa in
Hamburg“.
Das haben wir immer gesagt. Wir haben auch gesagt, dass jede Hilfe,
Unterstützung und Rat willkommen ist. Aber wir mussten auch immer wieder
klar stellen, dass wir selbst über unser Schicksal und unsere Zukunft
entscheiden, dass wir Opfer der Ungerechtigkeit und Kämpfer für
Gerechtigkeit sind.

Immer mehr Menschen in der Stadt und darüber hinaus fordern mit uns das
Aufenthalts- und Arbeitsrecht für alle. Die politische Führung der Stadt
will keine Lösung unseres Problems.
Der Senat setzte Polizeikontrollen gegen schwarze Menschen in Gang und
hielt Menschen unserer Gruppe für Stunden in Polizeigewahrsam und erzwang
die Abnahme von Fingerabdrücken. Gleichzeitig erhielten wir über die
Bischofskanzlei die Vorschläge des Senats mit der Ankündigung bei Annahme
der Bedingungen die Kontrollen einzustellen.

Die Vorschläge des Senats bedeuten für uns weitere Monate und Jahre der
Unsicherheit. Wir sollen uns in individuelle Aufenthaltsverfahren begeben.
Unser von Italien anerkannter Flüchtlingsstatus wird gegen eine Duldung
eingetauscht. Der Senat betont auch weiterhin, dass unsere
Aufenthaltsgründe nicht anerkannt werden und dass wir dann gerichtliche
Klageverfahren betreiben können. Bis zum Abschluss dieser Verfahren sollen
wir dann nicht abgeschoben werden. Und danach? Wir betrachten dies als
keine konstruktive Lösung, sondern als ein Spiel auf Zeit, um uns später
einzeln abzufertigen. Eine faire und sinnvolle Lösung sieht anders aus.
Darüber wollen wir nach wie vor direkte Gespräche mit dem Senat führen.
Dies haben wir zuletzt in unserem offenen Brief an den Senat vom
28.10.2013 und auf der Pressekonferenz einen Tag später vorgestellt.
Gleichzeitig hat die Führung der Nordkirche über unsere Köpfe hinweg den
Senatsvorschlag akzeptiert und in der Öffentlichkeit beworben. Der
evangelische Pressedienst veröffentlichte die falsche Information, dass
die 80 von uns in der St.Pauli Kirche bei der Behörde eine Duldung
beantragen werden. Das hat viel Konfusion und Misstrauen erzeugt.

Wurde von Seite der Kirche immer wieder betont, dass sie in erster Linie
rein humanitäre Hilfe leistet, heißt es jetzt, dass die Bischöfin der
Nordkirche und der Innensenator Hamburgs eine Lösung besprochen haben, die
ein faires Verfahren für alle darstellen würde. Dies sehen wir völlig
anders und auch Vertreter_innen der Nordkirche haben uns gegenüber
wiederholt geäußert, dass mit dem vorgeschlagenen Verfahren nur einige
wenige eine Chance haben werden.

Die Nordkirche mag ihre Gründe haben – wir haben oft gehört: der Druck des
Senats auf die Bischöfin ist zu groß, der Druck auf die Pastoren der St.
Pauli ist zu groß. Aber dann wäre es fair und anständig dieses auch so zu
sagen, anstatt einige der Gruppe zu überreden, dem zweifelhaften Vorschlag
zu folgen und der Gruppe damit in den Rücken zu fallen. Der ehemalige
Sprecher der Schlafgruppe der St.Pauli Kirche sagte uns im Nachhinein, er
habe das Angebot angenommen, weil der Druck auf die Kirche zu groß war.
Einige andere haben eine Duldung beantragt, weil ihnen gesagt wurde, es
gäbe keine Alternative.

Die absolute Mehrheit von uns lehnt diesen Weg aufgrund seiner
Unsicherheit und aufgrund der gleichen ablehnenden Haltung des Senats ab.
Wir sind enttäuscht und verärgert über die Erklärung der Bischofskanzlei,
mit dem Senat einen gangbaren Weg vereinbart zu haben.
Wir sollen diesen Weg gehen, aber wir wurden nicht in die Verhandlungen
einbezogen. Wir haben niemanden beauftragt, in unserem Namen zu
verhandeln. Wir haben immer direkte Gespräche gefordert. Warum kann dies,
was das normalste und natürlichste ist, nicht respektiert werden? Warum
entscheidet sich die Kirchenführung in einem Moment, wo eine riesige
Solidarität mit uns entsteht, für eine Zusammenarbeit mit dem Senat gegen
unsere Interessen? Warum wird nicht akzeptiert, dass wir für unser Leben
entscheiden? Warum ist es für die Kirchenführung nicht möglich, uns als
gleichwertige Subjekte zu sehen?
Warum wird eine Gruppenlösung von der Nordkirche nicht unterstützt? Warum
soll die Solidarität zwischen uns, die aus unserer gemeinsamen
traumatischen Geschichte rührt, gebrochen werden?
Wir haben alle das Gleiche erlitten und wir brauchen alle das Gleiche. Wie
könnten wir Unterschiede zwischen uns machen?

Wir hoffen Ihr könnt uns verstehen – versucht Euch in unsere Lage zu
versetzen und fragt Euch wie ihr handeln würdet. Wir sind jeder und jedem
dankbar, die/der uns aufrichtig unterstützt und akzeptiert, dass wir die
Entscheidungen über unsere Zukunft treffen.

Wir wünschen allen eine schöne und glückliche Vorweihnachtszeit.

Die Gruppe der libyschen Kriegsflüchtlinge „Lampedusa in Hamburg“ 13.11.2013
http://lampedusa-in-hamburg.tk/

Donnerstag, 7. November 2013

Presse 07.11.



Lampedusa-Protest - Linksaktivisten besetzen Kurt-Schumacher-Haus
"Still loving Bleiberecht" steht auf dem Transparent an der Fassade des Kurt-Schumacher-Hauses in St. Georg. Der SPD-Sitz wurde am Donnerstag von Linksaktivisten besetzt.
http://www.mopo.de/polizei/lampedusa-protest-linksaktivisten-besetzen-kurt-schumacher-haus,7730198,24928362.html

Lampedusa-Aktivisten stürmen SPD-Zentrale
Mehrere Unterstützer der Flüchtlinge haben am Donnerstagmorgen zu einer Spontandemo aufgerufen. Drei Aktivisten hissten auf dem Dach des Gebäudes ein Transparent
http://www.mobil.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/article121638173/Lampedusa-Aktivisten-stuermen-SPD-Zentrale.html

Protest vor SPD-Haus in Hamburg für "Lampedusa-Flüchtlinge"
Rund 70 Menschen haben am Donnerstag am Sitz der SPD Hamburg für die «Lampedusa-Flüchtlinge» demonstriert.
http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/hamburgschleswigholstein_nt/article121641047/Protest-vor-SPD-Haus-in-Hamburg-fuer-Lampedusa-Fluechtlinge.html

Aktivisten besetzen Leipziger SPD-Zentrale – Solidarität mit „Lampedusa Hamburg“
Leipzig. Etwa 50 Menschen haben am Mittwoch kurzzeitig die Geschäftstelle der Leipziger SPD besetzt.
http://www.lvz-online.de/leipzig/citynews/fluechtlingsaktivisten-besetzen-leipziger-spd-zentrale-solidaritaet-mit-lampedusa-hamburg/r-citynews-a-213743.html

Bürgerschaft debattiert Lage der Flüchtlinge
Wer trägt die Verantwortung für das künftige Schicksal der Lampedusa-Flüchtlinge? In der Hamburgischen Bürgerschaft richtete sich diesmal der Blick nach Brüssel.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/media/hamj30549.html

Klingt gut, kostet nichts
Kollektives Bleiberecht für Lampedusa-Flüchtlinge „nein“, Einbürgerung seit langem hier lebender Migranten „ja“: Die SPD bleibt bei ihrer Linie.
http://www.taz.de/Lampedusa/!127005/

Lampedusa in Hamburg: Kerzen für die Menschlichkeit
Ein Moment der Stille auf dem Rathausmarkt. Am Mittwoch hielten rund 200 Menschen parallel zur Sitzung der Bürgerschaft eine Mahnwache für die Flüchtlinge ab, die auf ihrem Weg über das Mittelmeer zu Tode gekommen sind. Gleichzeitig demonstrierten erneut Unterstützer der Gruppe “Lampedusa in Hamburg” für eine Bleiberecht aus humanitären Gründen.
http://hh-mittendrin.de/2013/11/lampedusa-in-hamburg-kerzen-fur-die-menschlichkeit/

Lampedusa-Flüchtlinge ziehen in Wohncontainer
Bezirksamt Altona hat die ersten elf Wohncontainer genehmigt. Diese gilt bis zum Ablauf Ende April. Die Container bieten Platz für bis zu 41 Menschen. 38 Afrikaner haben Antrag auf Duldung gestellt.
http://www.mobil.abendblatt.de/hamburg/altona/article121624645/Lampedusa-Fluechtlinge-ziehen-in-Wohncontainer.html

Wohncontainer für Flüchtlinge
Der Winter steht bevor und mit ihm werden die Nachtasyl-Räume für die sogenannten "Lampedusa-Flüchtlinge" zu kalt. Jetzt werden Container aufgestellt.
http://www.radiohamburg.de/Nachrichten/Hamburg-aktuell/Hamburg-regional/2013/November/Antrag-genehmigt-Wohncontainer-fuer-Fluechtlinge

Frankfurter SPD-Zentrale - SPD-Zentrale besetzt Frankfurter Rundschau
... das Fax sei an verschiedene Medien sowie die SPD-Büros in Hamburg und ... Senats in Hamburg mit Flüchtlingen von der italienischen Insel Lampedusa ...
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Solidarität mit Flüchtlingen Frankfurter Rundschau
... der italienischen Insel Lampedusa, bei der am 3. Oktober 364 Menschen im Mittelmeer ertranken. In Hamburg hofft eine Gruppe von rund 300 Flüchtlingen, ...
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Besetzung der Geschäftsstelle der Frankfurter SPD- FR


Frankfurter SPD-Zentrale
SPD-Zentrale in Frankfurt besetzt
Hanning Voigts
Etwa 25 Aktivisten haben am Donnerstagnachmittag die SPD-Zentrale an der Fischerfeldstraße besetzt, um sich für ein Bleiberecht von Flüchtlingen einzusetzen.
Foto: peter-juelich.com

Aktivisten haben am Donnerstagnachmittag kurzzeitig die Geschäftsstelle der SPD besetzt. Mit ihrer Aktion demonstrierten die etwa 25 Besetzer für eine andere Asylpolitik. Der Frankfurter SPD-Vorsitzende, Mike Josef, bezeichnete die Aktion als "nachvollziehbar".
Mit der kurzzeitigen Besetzung der Geschäftsstelle der Frankfurter SPD haben am Donnerstagnachmittag rund 120 Menschen für eine andere Asylpolitik in Hessen, Deutschland und Europa demonstriert. Gegen 15 Uhr betraten etwa 25 Aktivisten, die weiße Malerkittel mit der Aufschrift „Refugees Welcome“ (Flüchtlinge willkommen) trugen, das Haus an der Fischerfeldstraße und hängten dort Transparente auf. Von einem Faxgerät der SPD aus verschickten sie ein Papier, das im Stil einer Pressemitteilung der SPD gehalten war. Jonas Schickler, einer der Besetzer, sagte der Frankfurter Rundschau, das Fax sei an verschiedene Medien sowie die SPD-Büros in Hamburg und Berlin gegangen.

Die Besetzung dauerte 15 Minuten

In der gefälschten Pressemeldung mit dem Titel „Sozial geht nicht national“ wird behauptet, der Vorstand der hessischen SPD habe die deutsche Flüchtlingspolitik und den Umgang des SPD-geführten Senats in Hamburg mit Flüchtlingen von der italienischen Insel Lampedusa scharf kritisiert. Anstatt sich gegen Flüchtlinge abzuschotten, müsse die legale Einwanderung nach Europa ermöglicht werden, wird SPD-Landeschef Torsten Schäfer-Gümbel fälschlicherweise zitiert. In Hamburg wird seit Wochen heftig um den Umgang mit etwa 300 afrikanischen Flüchtlingen gestritten, die ein Bleiberecht in der Hansestadt fordern.
„Die SPD macht sich auf Dauer unglaubwürdig, wenn sie weiter auf nationale Abschottung setzt“, sagte Aktivist Schickler. Frankfurt dürfe sich kein Vorbild an der Linie der Hamburger SPD nehmen. Die seit Sonntag bekannte Gruppe von 22 Lampedusa-Flüchtlingen müsse stattdessen ein Bleiberecht in Frankfurt bekommen. Die Bundes-SPD fordere man auf, die Flüchtlingspolitik zum Thema in den Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene zu machen.
Während der etwa 15-minütigen Besetzung sammelten sich rund 100 Menschen an der Hauptwache und zogen über die Zeil in die Fischerfeldstraße, um die Protestaktion zu unterstützen. Dabei skandierten sie Parolen wie „Kein Mensch ist illegal – Bleiberecht überall.“ Nachdem die Besetzer die SPD-Geschäftsstelle verlassen hatten, zogen die versammelten Aktivisten in einem spontanen Demozug zur Konstablerwache. Die Polizei, die schon zuvor an der SPD-Zentrale aufgefahren war, begleitete den Aufzug. Die Lage blieb friedlich.

SPD-Chef äußert Verständnis

In einer ersten Reaktion bezeichnete der Frankfurter SPD-Vorsitzende Mike Josef die Aktion am Donnerstagabend als „nachvollziehbar“. Die Asylpolitik sei aktuell in ganz Europa stark umkämpft, da sei es auch „in Ordnung, wenn für eine kurze Zeit die SPD-Geschäftsstelle besetzt wird“, so Josef – solange der Protest friedlich bleibe.
In Bezug auf die Frankfurter Gruppe von Lampedusa-Flüchtlinge sagte Josef, man müsse den Männern „eine Perspektive verschaffen“. Er halte es für sinnvoll, „wenn wir uns im Rhein-Main-Gebiet auf eine angemessene Lösung einigen, damit die Leute bleiben können.“ Wenn in Frankfurt kein Platz sei, könnten die Männer eventuell in Nachbarkommunen unterkommen.
Mit Blick auf die Bundesebene sagte Josef, die Asylpolitik werde in Zukunft eine größere Rolle spielen, weil die Zahl von Flüchtlingen etwa aus Bürgerkriegsländern wie Syrien steige. „Der Status quo kann nicht gehalten werden“, zeigte sich der Sozialdemokrat überzeugt. Die deutsche und europäische Asylpolitik müsse verbessert werden, die SPD dürfe daher bei den Koalitionsverhandlungen mit der CDU in Berlin „keine Kompromisse an der falschen Stelle“ machen.

Mittwoch, 6. November 2013

Bischöfin Fehrs bittet um Flüchtlingshilfe - Gemeinden sollen Unterkünfte stellen.


06.11.13

Bischöfin Fehrs bittet um Flüchtlingshilfe - Gemeinden sollen Unterkünfte stellen
Kirsten Fehrs, Bischöfin für Hamburg und Lübeck, hat an die evangelischen Kirchengemeinden appelliert, Unterkünfte für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.
http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article121581630/Bischoefin-Fehrs-bittet-um-Fluechtlingshilfe.html


Die "Bergedorfer Erklärung"
Wir haben mit großem Respekt und Anerkennung zur Kenntnis genommen, dass Bergedorferlnnen 20 Flüchtlinge überwiegend aus Mali seit sieben Wochen in Bergedorf untergebracht und versorgt haben.
http://www.bergedorfer-zeitung.de/printarchiv/bergedorf/article121581672/Die-Bergedorfer-Erklaerung.html

Dienstag, 5. November 2013

Summary of a speech by the The CARAVAN-Hamburg held on 2nd of November 2013



"We are here to stay!"
We are angry about the negative attitude of the Senate, we are angry about the fact that half a year has passed and nothing about the life-threatening situation of the Libyan war refugees "Lampedusa in Hamburg" has changed.
However, we are very happy about the broad solidarity among the population with the group of refugees in order to find a solution that is just.
Today so many people have come from all parts of society, standing beside the group "Lampedusa in Hamburg" to send a strong signal towards the politicians, that we are no longer willing to accept the inhumanity.
We have had enough of the hypocrisy. Now we want to see a change in Hamburg and the recognition of the group.
Every week we see the news of the death of many in the Mediterranean Sea, and we hear the talking about a necessary change in European refugee policy – without any consequences following. But those affected continue to remain deprived of their rights and are being pursued by the government – just as we experience it in Hamburg.

What is the background of the group "Lampedusa in Hamburg"? They had rebuilt their existence as migrant workers in Libya. When NATO decided in favor of the intervention, they were targeted by all sides. The European governments promised the reception of refugees that have been caused by the NATO intervention and the war in Libya. Therefore, the EU program "emergency North Africa" was installed. Therefore, the Libyan war refugees received the recognition of their refugee status by Italy. Today, two and a half years later, no one wants to know about it. The program was just ended and Italy found itself all alone and sent the war refugees towards the other EU states, where they have since lived on the streets destitute and without any rights.

As the group “Lampedusa in Hamburg" has merged six months ago and raised their voice in public, many people in the city have understood, that it is time to make a change – specifically to the situation of the group and also for the entire European refugee policy. The Dublin 2 system failed long ago, and it continues to generate human disasters every day. A wake up process in the city has started and more and more people want practical steps for change in European politics. In Hamburg, this begins with the lived solidarity with the people of the group "Lampedusa in Hamburg" and the demand for their recognition under application of § 23 as a group with the same background.

 There often is the talk of a war against refugees and this is due to the military buildup and deadly measures to prevent people from fleeing persecution, war and misery. In Hamburg, many people have decided on which side they stand and can no longer be silent and let themselves be downgraded a the mass accepting this. We recognize the responsibility of our governments causing the flight of refugees, through our military, political and economic dominance in the other continents, especially in Africa. We recognize the glaring contradiction between the talking of human rights and democracy on one side and reality on the other.

We will no longer wait for a change, we want to achieve the change through our own actions here in Hamburg. "Lampedusa in Hamburg" can now make history. From everywhere people are looking at Hamburg. We will no longer accept this injustice. It is time for a political solution here in the city as a sign to all of Europe. Enough is enough. "Lampedusa in Hamburg - They are here to stay"

Summary of a speech by the The CARAVAN-Hamburg held on 2nd of November 2013

Presse 05.-04.11





05.11.13

Soziologin Auma Obama eröffnet Hamburger Lessingtage
... Am Schluss des Festivals stehe "ein Abend über und hoffentlich mit der Gruppe Lampedusa in St. Pauli"...
http://www.schwaebische.de/journal/kultur/theaterwelt_artikel,-Soziologin-Auma-Obama-eroeffnet-Hamburger-Lessingtage-_arid,5526737.html


04.11.13

Frankfurt Am Main:
Spontane Hilfsaktion - Kirche nimmt Lampedusa-Flüchtlinge auf
Sie lebten unter einer Mainbrücke, bis ihnen eine evangelische Gemeinde ihre Türen öffnete: 22 Lampedusa-Flüchtlinge haben in einer Frankfurter Kirche Obdach gefunden. Aus der schnellen Hilfe soll dauerhaftes Engagement werden.
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36082&key=standard_document_50014207

Großdemo für Flüchtlinge - Vorgeschmack auf den Advent: Innenstadt-Händler in Sorge
Mit einem der größten Aufzüge der vergangenen Jahre haben mehr als 9000 Menschen am Sonnabend in der Innenstadt für ein Bleiberecht der sogenannten Lampedusa-Flüchtlinge demonstriert.
http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article121503439/Grossdemo-fuer-Fluechtlinge.html

Signal für Bleiberecht
Hamburg: Rund 15000 Menschen demonstrierten am Samstag gegen unmenschliche Flüchtlingspolitik.
Lampedusa-Gruppe widerspricht Spaltungsgerüchten
http://www.jungewelt.de/2013/11-04/045.php

ttt-Beitrag (Bilder von der Demo gegen Ende, Min. 05:52)
Brückenschlag zwischen den Welten - Das "Museum der Migration" auf Lampedusa
http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/ndr/lampedusa100.html


Nachtrag 02.11.2013

Weit über 10.000 demonstrieren in Hamburg gegen Flüchtlingspolitik und Grenzregime
»Solidarität mit Lampedusa« - Kritik an Ignoranz der EU-Innenminister angesichts Tausender toter Flüchtlinge im Mittelmeer
http://www.neues-deutschland.de/artikel/837848.weit-ueber-10-000-demonstrieren-in-hamburg-gegen-fluechtlingspolitik-und-grenzregime.html

Montag, 4. November 2013

Fotos der Demo


Mehr als 10.000 Menschen demonstrierten am Samstag durch Hamburgs
Innenstadt und forderten ein Aufenthaltsrecht für die Gruppe "Lampedusa
in Hamburg". "Krieg, Flucht, Entrechtung - genug ist genug! Aufenthalt
nach Paragraf 23" und "We are here to stay!" stand auf den
Transparenten, die die Lampedusa-Flüchtlinge an der Spitze der Demo
mitführten.

Fotos unter:
http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/021113lampedusa_in_hamburg.html

Mehr Presse nach der Demo


04.11.13



"Kein Mensch ist illegal"
Erneute Demonstration für Bleiberecht der Lampedusa-Flüchtlinge
Über 10.000 Menschen haben am Sonnabend friedlich gegen die EU-Flüchtlingspolitik und für ein Aufenthaltsrecht der sogenannten Lampedusa-Flüchtlinge demonstriert.
http://www.hamburg1.de/aktuell/Kein_Mensch_ist_illegal-18873.html

LAMPEDUSA - Protestwelle – Händler bangen um Umsatz
Mehr als 9000 Menschen zogen für Flüchtlinge um die Binnenalster. Im Advent soll jeden Sonnabend in der City demonstriert werden. Hamburger Händler fürchten daher Umsatzeinbüße im Weihnachtsgeschäft.
http://www.mobil.abendblatt.de/hamburg/article121503828/Protestwelle-Haendler-bangen-um-Umsatz.html

Fette PR für Flora, Flüchtlinge und Brote
Trotz Wirbels im Vorfeld hat die Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot am Sonntagabend ein Solidaritätskonzert in der Roten Flora im Hamburger Schanzenviertel gegeben.
http://www.ndr.de/regional/hamburg/flora187.html


03.11.13

Protest gegen die Flüchtlingspolitik - Hamburger Demo bricht alle Rekorde
Tausende gehen mit den 300 Lampedusa-Flüchtlingen auf die Straße. Sie fordern ein Bleiberecht für die Überlebenden des Libyenkriegs.
http://www.taz.de/Protest-gegen-die-Fluechtlingspolitik/!126757/

Flüchtlingspolitik in Hamburg - SPD zeigt sich unbeeindruckt
Der SPD-Landesparteitag bestätigt den Kurs des Innensenators im Umgang mit der Lampedusa-Gruppe. Ein Antrag auf ein Bleiberecht wird abgelehnt.
http://www.taz.de/Fluechtlingspolitik-in-Hamburg/!126770/

Demonstranten bringen Hamburgs Polizei ans Limit
Täglich sind 19 Peterwagen weniger einsatzbereit wegen der vielen - oft unangemeldeten - Demonstrationen zur Unterstützung der Lampedusa-Gruppe. Hamburgs Kaufmannschaft bangt um den Advents-Umsatz.
http://www.welt.de/regionales/hamburg/article121465159/Demonstranten-bringen-Hamburgs-Polizei-ans-Limit.html



02.11.13

Innenstadt dicht  - 9000 Menschen bei Lampedusa-Demo
City – Es sollten 3 500 werden. Stattdessen kamen am Samstag 9 000 Unterstützer zur Lampedusa-Demo quer durch die Hamburger City.
http://www.bild.de/regional/hamburg/hamburg/9000-menschen-in-der-city-33233652.bild.html

Lampedusa in Hamburg - Demonstration in der Innenstadt
Mehr als 9000 Menschen sind in Hamburg wieder gegen die Flüchtlingspolitik von EU, Bund und Ländern auf die Straße gegangen.
http://www.radiohamburg.de/Nachrichten/Hamburg-aktuell/Hamburg-regional/2013/November/Demonstration-in-der-Innenstadt

Hamburger zeigen Solidarität - 9000 demonstrieren gegen Flüchtlingspolitik
Die Situation der „Lampedusa-Flüchtlinge“ beschäftigt seit Wochen Polizei, Politik und Gesellschaft in Hamburg. Kaum ein Wochenende vergeht ohne Solidaritätsbekundungen – so auch diesmal.
http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Welt-im-Spiegel/Uebersicht/9000-Menschen-demonstrieren-in-Hamburg-gegen-Fluechtlingspolitik




Sonntag, 3. November 2013

15.000 Menschen fordern Bleiberecht für "Lampedusa in Hamburg"


15.000 Menschen fordern Bleiberecht für "Lampedusa in Hamburg"
Am Samstag, den 2.11.13 demonstrierten 15.000 Menschen aus verschiedensten Spektren - darunter viele SchülerInnen, GewerkschafterInnen, Kirchenleute, MigrantInnen, Linke und AntirassistInnen - durch die Hamburger Innenstadt. Sie forderten ein Ende der restriktiven Flüchtlingspolitik des Hamburger SPD-Senats und ein Aufenthaltsrecht für die Gruppe der etwa 300 Kriegsflüchtlinge aus Libyen, die sich "Lampedusa in Hamburg" nennt. Nach Spaltungsversuchen durch gezielt gestreute Gerüchte, "die" Flüchtlinge aus der St. Pauli-Kirche würden sich auf das über die Kirchenleitung vermittelte "Angebot" des Senats einlassen und sich individuell bei der Ausländerbehörde melden, hatte die Polizei nur etwa 3000 TeilnehmerInnen erwartet. Aber auf der Demonstration wurde in zahlreichen Redebeiträgen deutlich: Die Gruppe der Flüchtlinge und ihre UnterstützerInnen betrachten das "Angebot" des Senats, bei dem sie ihre italienischen Papiere mit Flüchtlingsanerkennung abgeben und gegen den rechtlosen Status einer Duldung eintauschen müssten, nicht als eine wirkliche Lösung. Am Ende dieses Verfahrens könnten sie nicht nur nach Italien, sondern auch in ihr Herkunftsland abgeschoben werden. Sie kämpfen deshalb weiter für ein wirkliches Bleiberecht, z.B. eine Gruppenanerkennung nach § 23 Aufenthaltsgesetz. Eine Sprecherin der Gewerkschaft ver.di unterstützte den Vorschlag der Flüchtlinge, eine Kommission aus Senatsvertretern, Betroffenen und zivilgesellschaftlichen Gruppen zu bilden, welche die konkrete Ausarbeitung des weiteren Vorgehens realisieren könnte.

Presse nach der Demo 02-03.11.


02. + 03.11.



Hamburg: Tausende demonstrieren gegen Flüchtlingspolitik der EU
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1348830.html

9.000 Menschen demonstrieren für Flüchtlinge
Mehrere Tausend Menschen haben am Samstagnachmittag in der Hamburger Innenstadt friedlich gegen die EU-Flüchtlingspolitik und für ein Aufenthaltsrecht der sogenannten Lampedusa-Flüchtlinge demonstriert.
http://www.ndr.de/regional/hamburg/fluechtlinge583.html

15.000 fordern Bleiberecht
Ein Bündnis unterschiedlichster Gruppen zog am Samstag durch die Staßen der Hansestadt. Es protestierte gegen die restriktive Flüchtlingspolitik des SPD-Senats.
http://www.taz.de/Soli-Demo-fuer-Fluechtlinge-in-Hamburg/!126714/

Hamburg: Tausende demonstrieren für Flüchtlinge in der Hansestadt
In Hamburg haben rund 9.000 Menschen ein Bleiberecht für die etwa 300 afrikanischen Flüchtlinge in der Hansestadt gefordert.
http://www.dradio.de/nachrichten/201311021800/5

LAMPEDUSA-GRUPPE - Demonstranten liefern sich "Katz- und Mausspiel" mit Polizei
Rund 9000 Menschen sind nach Angaben der Polizei am Sonnabend aus Solidarität mit der Flüchtlingsgruppe "Lampedusa in Hamburg" auf die Straße gegangen. Es sei zu keinen größeren Auseinandersetzungen gekommen.
http://mobil.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/article121474273/9000-Unterstuetzer-demonstrieren-fuer-Fluechtlinge.html?cid=hamburg-hamburg-mitte

WORT ZUM ALLTAG - Jesus' Eltern waren politische Flüchtlinge
Die Grenzen dicht, die Flüchtlinge draußen halten – das ist der Kern der derzeitigen europäischen Flüchtlingspolitik.
http://www.mobil.abendblatt.de/region/norderstedt/article121469208/Jesus-Eltern-waren-politische-Fluechtlinge.html

Proteste in Hamburg und Berlin9000 Menschen demonstrieren für Flüchtlinge
Viele Menschen in Hamburg sind empört über die europäische Flüchtlingspolitik
http://www.n-tv.de/politik/9000-Menschen-demonstrieren-fuer-Fluechtlinge-article11655411.html

„Solidarität mit Lampedusa in Hamburg“
9000 Menschen demonstrieren für Flüchtlinge
http://www.shz.de/hamburg/9000-menschen-demonstrieren-fuer-fluechtlinge-id3937546.html

Innenstadt lahmgelegt - Mehr als 10.000 Menschen bei Lampedusa-Demo in der City
Mehr als 10.000 Menschen demonstrierten am Sonnabend in der City lautstark gegen die Flüchtlingspolitik in Deutschland. Die Polizei hatte ursprünglich mit 3500 Protestlern gerechnet
http://www.mopo.de/nachrichten/innenstadt-lahmgelegt-mehr-als-10-000-menschen-bei-lampedusa-demo-in-der-city,5067140,24883558.html

9000 Menschen demonstrieren in Hamburg gegen Flüchtlingspolitik
Hamburg (dpa) - Knapp 9000 Menschen sind in Hamburg gegen die Flüchtlingspolitik von EU, Bund und Ländern auf die Straße gegangen
http://www.bild.de/news/aktuell/news/9000-menschen-demonstrieren-in-hamburg-gegen-33233194.bild.html

Soli-Demo: “Ein großes Ausrufungszeichen für ein Bleiberecht!”
Am Sonnabend haben mehr als 15. 000 Menschen in der Hamburger Innenstadt gegen die europäische Flüchtlingspolitik und den Umgang des Hamburger Senats mit der Flüchtlingsgruppe “Lampedusa in Hamburg”.
http://hh-mittendrin.de/2013/11/soli-demo-ein-groses-ausrufungszeichen-fur-ein-bleiberecht/

Lampedusa-Flüchtlinge erneuern auf Grünen-Parteitag ihre Forderungen
http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/hamburgschleswigholstein_nt/article121474288/Lampedusa-Fluechtlinge-erneuern-auf-Gruenen-Parteitag-ihre-Forderungen.html

31.10.

Bremer SPD-Zentrale besetzt
Aktivisten haben heute die Zentrale der Bremer SPD besetzt. Sie wollten damit auf die Situation der Flüchtlinge in Hamburg aufmerksam machen.
http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?id=95834

30.10.

"Viele Flüchtlinge werden hier entrechtet"
Bundesarbeitskreis "Asyl in der Kirche" kritisiert Behandlung in Deutschland
Fanny Dethloff im Gespräch mit Matthias Hanselmann
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/2304548/


Freitag, 1. November 2013

der Aufruf für die morgige Demonstration in Hamburg


weitere Informationen auf: http://lampedusa-in-hamburg.tk/
 
Lampedusa in Hamburg – Recht zu bleiben!
 
Appell an den Hamburger Senat, der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“ ein Bleiberecht nach dem § 23 Aufenthaltsgesetz oder einer anderen Konstruktion, die eine Gruppenlösung erlaubt, zu geben
 
Was Europa nicht versteht, ist, dass die Bewegungen von Migrant_innen nicht von ihm abhängen. Nur die Bedingungen dieser Bewegungen hängen von ihm ab.“ (Coordinamento Migranti)
 
Seit Frühjahr 2013 leben in Hamburg etwa 300 afrikanische Flüchtlinge, die dem libyschen Bürgerkrieg und dessen Eskalation durch die militärische Intervention der NATO entkommen konnten und dann über Lampedusa nach Italien gelangten. Diese Menschen (in der Mehrheit Männer) waren Arbeitsmigranten in Libyen, wo sie ihren Lebensunterhalt verdienten und Geld nach Hause an ihre Familien oder communities schickten. Als das EU-Programm für Geflüchtete aus dem Libyenkrieg endete, wurden sie auf die Straße gesetzt. Sie bekamen alle eine Anerkennung als Flüchtlinge, aber ihre Papiere erlauben ihnen nur in Italien, zu arbeiten und sich niederzulassen. Wegen der wirtschaftlichen Krise und der fehlenden Unterstützung von Seiten der italienischen Behörden waren sie nicht in der Lage, in Italien ein selbstbestimmtes Leben zu führen und kamen nach Hamburg, um hier ihr Leben wieder aufzubauen, ähnlich wie es andere in verschiedenen europäischen Ländern versuchen. Aber hier werden sie behandelt als hätten sie keine Rechte. In Hamburg fanden sie zunächst Schlafplätze im Winternotprogramm der Stadt. Als diese Plätze geschlossen wurden und sie auf der Straße gestrandet waren, organisierten sie sich als Gruppe und starteten eine Kampagne für ihr Recht zu bleiben. Seitdem haben sie die Unterstützung von vielen Basisgruppen, der Evangelischen Kirche, islamischen Gemeinschaften, der Gewerkschaften ver.di und GEW und von immer mehr Bürger_innen Hamburgs gefunden. Einige von ihnen schlafen in Moscheen, andere an privaten Orten oder immer noch auf der Straße, und die größte Gruppe von etwa 80 Flüchtlingen hat Obdach in der St. Pauli-Kirche bekommen. Sie haben Freund_innen in der Nachbarschaft gefunden: der lokale Fußballverein, FC St. Pauli, unterstützt sie, das Ensemble des bekannten Thalia Theaters las einen neuen Text der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zur Flüchtlingsfrage zusammen mit Mitgliedern der Gruppe in der Kirche. Ihr Kampf für ein Recht zu bleiben wurde zu einem Kampf gegen die europäische Flüchtlingspolitik der Ausgrenzung. In Hamburg ist er bereits ein Hauptthema in den Medien und in der Alltagskommunikation der Menschen.

Wir akzeptieren nicht, dass Sie, der Bürgermeister und der Senat von Hamburg, behaupten, für diese Flüchtlinge sei Italien zuständig. Wir akzeptieren nicht, dass Sie Kontrollen in rassistischer Form (racial profiling) angeordnet haben, um diese Menschen festzunehmen und abzuschieben, ohne zu berücksichtigen, wie die konkrete Situation von Geflüchteten in Italien ist. Viele deutsche Gerichte haben schon entschieden, dass Italien ebenso wie Griechenland kein Ort ist, an dem heute die Menschenrechte von Flüchtlingen respektiert werden. Sie weigern sich nicht nur, direkt mit diesen Kriegsflüchtlingen und ihren Rechtsanwält_innen zu sprechen, um eine gemeinsame Lösung für sie zu finden, sondern Sie haben auch angekündigt, dass ihnen Plätze im nächsten Winternotprogramm verweigert werden. Dies ist nicht nur unmenschlich, es ist beschämend in einer der reichsten Städte Europas. Jetzt haben Sie sogar begonnen, direkt gegen die Bemühungen der Kirche und ihrer Unterstützer_innen zu handeln, die versuchen, ein eigenes Winternotprogramm für diese Flüchtlinge zu organisieren. Das ist nicht hinnehmbar. Es ist wie eine Kriegserklärung gegen zivilgesellschaftliches Engagement. Einer Gruppe von Menschen alle Rechte und Möglichkeiten zu überleben zu nehmen ist rassistisch. Diese Handlungen können nicht erklärt oder gerechtfertigt werden mit den gesetzlichen Vorschriften der europäischen Flüchtlingspolitik. Ganz im Gegenteil, dies zeigt deutlich, wie dringend diese ausgrenzende Politik und Gesetze abgeschafft werden müssen.
 
Am 3. Oktober starben mehr als 300 Menschen, nachdem ein Boot mit Hunderten von Migrant_innen vor der Küste der italienischen Insel Lampedusa untergegangen war. Politiker_innen, einschließlich der EU-Kommissarin für Innenpolitik, Cecilia Malmström, riefen EU-Mitgliedsstaaten dazu auf, „Solidarität zu zeigen sowohl mit Migrant_innen als auch mit Ländern, die steigende Migrationsströme erleben“. Und der Papst nannte das, was vor Lampedusa geschah, „eine Schande“ und rief auf, für die Opfer zu beten. Aber tatsächlich zielt das EU-Grenzregime mit Visabestimmungen, Frontex, hochentwickelten technischen Systemen wie EUROSUR, das nur wenige Tage nach dem tödlichen „Unfall“ verabschiedet wurde, und der Zusammenarbeit von Küstenwachen auf beiden Seiten des Mittelmeers, die sogar auf Bootsflüchtlinge schießen, darauf ab, Flüchtlinge und Migrant_innen daran zu hindern, Europa legal und ohne Lebensgefahr zu erreichen. Sogar die Hilfe für boat-people wird kriminalisiert.
Wenn Migrant_innen es schaffen, in Europa anzukommen, beschränken Abkommen wie Dublin II/III und Schengen die Bewegungsfreiheit von Menschen, die keine EU-Bürger_innen sind. In diesem Jahr sind mehr als 25.000 Migrant_innen per Boot in Italien angekommen, dreimal mehr als im Jahr 2012, aber Länder in der Mitte Europas, insbesondere Deutschland, weigern sich weiterhin, mehr Flüchtlinge aufzunehmen und versuchen, alle, die über Italien kamen, zurück zu schicken, trotz gegenteiliger Gerichtsentscheidungen. Die Bürgermeisterin von Lampedusa drohte, die Särge toter Bootsflüchtlinge an die Regierungen zu schicken, die sich weigern, diese Abkommen zu verändern.
 
Überall in Europa und jenseits seiner Grenzen kämpfen Flüchtlinge und Migrant_innen gegen diese unmenschliche Politik:
 
* Geflüchtete aus dem Libyenkrieg im Wüstenlager Choucha an der tunesischen Grenze fordern eine Aufnahme in sicheren Ländern (Resettlement), aber nach vielen Protesten in Tunesien und Europa durften nur 201 Menschen (von etwa einer halben Million, die aus dem Libyenkrieg nach Tunesien flohen), legal nach Deutschland einreisen. Andere europäische Staaten nahmen nur drei (Großbritannien) bzw. einen (Frankreich) Flüchtlinge auf. Ungefähr 400 Menschen sind immer noch im Lager, das offiziell Ende Juni geschlossen wurde, andere organisieren seit sechs Monaten ein Sit-in vor dem UNHCR-Büro in Tunis.
 
* In Marokko stürmten Hunderte von Migrant_innen im September die Zäune der spanischen Enklaven Ceuta und Melilla und etwa 300 erreichten „europäischen“ Boden.
 
* Auf Lampedusa weigerten sich im Juli etwa 250 neu angekommene Flüchtlinge, ihre Fingerabdrücke abzugeben, um nicht nach Italien zurück geschickt zu werden, wenn sie in andere Länder weiterreisen.
 
* Geflüchtete in Wien, Paris, Brüssel, Amsterdam und anderen Städten haben Kirchen und andere Gebäude besetzt, weil sie auf die Straße gesetzt und mit Abschiebung bedroht wurden.
 
* Und überall in Deutschland kämpfen Tausende von Flüchtlingen gegen Abschiebung und die Verpflichtung, in Lagern zu leben, für Bewegungsfreiheit und Bleiberecht.
 
Die mehr als 300 afrikanischen Flüchtlinge, die ihre Gruppe „Lampedusa in Hamburg nennen, haben Abschiebung und aktive Ausgrenzung erlebt, seit sie Opfer des Krieges und der NATO-Intervention in Libyen wurden. Sie brauchen jetzt eine Gruppenlösung. Sie, der Bürgermeister und der Hamburger Senat, haben die Möglichkeit, diese Lösung zu gewähren z.B. mit dem § 23 des Aufenthaltsgesetzes. Dies ist eine Gelegenheit, ein positives Beispiel für andere europäische Städte zu geben und darüber hinaus Mut zu machen für eine andere europäische Politik gegenüber Flüchtlingen, die wir alle brauchen. Wir, Menschen, die glauben, dass Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf Bewegungsfreiheit, überall respektiert werden müssen, bringen unsere Unterstützung zum Ausdruck für Geflüchtete, die die Schrecken von Krieg und Vertreibung erlebt haben.
 
Angesichts des Todes all dieser Flüchtlinge im Mittelmeer, verursacht durch die europäische Politik, appellieren wir an den Hamburger Senat:
 
* Unterstützen Sie die Überlebenden! Beenden Sie Ihre unmenschliche Politik der Ausgrenzung und Abschiebung!
 
* Beenden Sie die rassistischen Kontrollen und Festnahmen (racial profiling)!       
 
* Akzeptieren Sie das Bleiberecht der Menschen von „Lampedusa in Hamburg“!  
 
* Unterstützen Sie alle Bemühungen für eine Änderung der europäischen Politik, um Geflüchteten ein Leben in Würde zu garantieren!